Inklusion kann so einfach sein: Zu Besuch im Special Olympics Trainingslager

In Zusammenarbeit mit Microsoft und Special Olympics Deutschland.

Was tun, wenn der Fußballplatz unter einer dicken Schneedecke im Winterschlaf liegt und die nächste Halle entweder gefühlte Stunden entfernt ist, oder ständig vom örtlichen Trachtentanzverein belegt ist? Da müssen sportliche Alternativen her!

Ein Problem was es natürlich auch für die zahlreichen Behinderten- und integrativen Sportvereine zu lösen gilt. Und so finden sich manche Fußballer/innen im Winter auf Schneeschuhen wieder. Übrigens nur einer der vielen Wege zum Schneeschuhlaufen. Für manch eine/n sogar so erfolgreich, dass es zur Teilnahme bei den Special Olympics führt.

Aber fangen wir von vorne an: Auf Einladung von Microsoft besuchten wir das Trainingslager der deutschen Schneeschuhläufer, welche auf die Special Olympics World Winter Games in knapp einem Monat in Österreich hinarbeiten. In Deutschland feierte der Special Olympics Deutschland e.V. übrigens vergangenes Jahr sein 25jähriges Bestehen und wurde einst als gemeinsame Initiative der großen deutschen Verbände, die sich um Menschen mit geistiger Behinderung und deren Sport bemühen, gegründet. Glückwunsch an dieser Stelle!

Beim Schneeschuhlaufen selbst geht es darum, verschiedene Strecken in möglichst schneller Zeit zu absolvieren. Allein durch die Fotos davon war vorher schon klar: Muskelkater!

Da in Deutschland Inklusion noch einen weiten Weg vor sich hat, hat man entsprechend selten mit Menschen, mit geistiger Behinderung, zu tun. Auf dem Weg nach Inzell erwischte ich mich deshalb dabei, wie ich mich fragte, wie das Ganze wohl werden würde? Wie reagieren die Athletinnen und Athleten, wenn es unbekannten Besuch im Trainingslager gibt und nebenbei auch noch fleißig gefilmt, fotografiert und interviewt wird? Gibt es dann ein großes Durcheinander? Wie wird die Kommunikation? Und wie schlimm wird der Muskelkater wohl werden?

Kurz nach der Ankunft ging es direkt gemeinsam unters Flutlicht, wo wir die Schneeschuh-Basics lernten.
Kurz nach der Ankunft ging es direkt gemeinsam unters Flutlicht, wo wir die Schneeschuh-Basics lernten.

Schon bei der Begrüßung wurde klar: Lediglich die letzte Frage hatte eine Daseinsberechtigung. Wir wurden sofort mit jeder Menge High-Fives freundlich im Kreise der Athletinnen und Athleten aufgenommen und spätestens als es kurz darauf die ersten Schneeschuh-Testläufe unter Flutlicht gab, sah ich nur noch Schneestaub vor mir. Trotzdem ein großer Spaß! Inklusion kann so einfach sein.

Ähnlich grazil wie auf dem Fußballfeld.
Ähnlich grazil wie auf dem Fußballfeld.

Erst Recht abseits der Strecke, denn was sofort auffiel, war der großartige Teamgeist. Und das obwohl sich einige Sportler/innen vorher gar nicht kannten und wenn, nur ein zwei Mal im Jahr sehen. Dies kommt auch vom Grundsatz der Special Olympics. Es geht in erster Linie um den Sport, den Spaß daran und das Zusammensein. Natürlich ist es großartig, wenn es am Ende bei den World Games eine Medaille gibt, aber auch die Teilnahme selbst ist schon ein Erfolg.

Beste Bedingungen am zweiten Trainingstag.
Beste Bedingungen am zweiten Trainingstag.

Wenn man sonst hauptsächlich Fußballplätze mit fast schon vergiftet angespannter Stimmung kennt, war das wirklich eine mehr als willkommene Abwechslung. Kann so eine Stimmung bitte in jedem Sport herrschen? Gerne auch mit so viel Humor, wie er im Trainingslager in Inzell herrschte. Erst recht an Tag zwei, wo umringt von wunderbarem Alpenpanorama, diverse Strecken trainiert wurden und wir nebenbei alles wichtige über den Sport von verschiedenen Athleten erklärt bekamen.

Athlet Anton Glotz, der uns in bester bayrischer Manier vieles erklärte und danach trotzdem immer schneller war.
Athlet Anton Glotz, der uns in bester bayrischer Manier vieles erklärte und danach trotzdem immer schneller war.

Wer sich nun die ganze Zeit schon fragt, was Microsoft damit eigentlich zu tun hat: Seit Oktober 2014 ist Microsoft weltweiter Technologie-Partner von Special Olympics International. Die strategische und mehrjährige Partnerschaft umfasst Kooperationen in über 30 Ländern sowie die ehrenamtliche, finanzielle und technologische Unterstützung bei den World Games.

Dank der Microsoft Cloud kann Schneeschuhlauf-Headcoach Björn von Borstel die Leistungsdaten seiner Athleten jederzeit und überall hochladen, vergleichen und analysieren.
Dank der Microsoft Cloud kann Schneeschuhlauf-Headcoach Björn von Borstel die Leistungsdaten seiner Athleten jederzeit und überall hochladen, vergleichen und analysieren.

Gerade der technologische Aspekt ist für die Trainer/innen von Bedeutung, da die Athlet/innen in ganz Deutschland verteilt sind und sowohl unterschiedliche Anforderungen als auch Trainingsbedingungen haben. Hier ist es also wichtig, jedem Sportler zwischen den Wettkämpfen ein entsprechendes Trainingsprogramm mitzugeben.

In weniger als einen Monat stehen nun die World Winter Games in Österreich an, wo wir ebenfalls zu Besuch sein werden. Wir können es kaum erwarten, all die Athleten dort im Wettkampf zu sehen! Wenn der Teamgeist im Trainingslager schon so toll war, wie mag er dann erst vorm Wettkampf sein? Und viel wichtiger: Hoffentlich machen wir dort einen guten Job als Glücksbringermaskottchen!

» Mehr dazu: We Are More: Gemeinsam auf dem Weg zu den Special Olympics World Winter Games

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