Nachsitzen in der PR-Grundschule


Der FC Barcelona hat ein Problem: Lionel Messi und sein Vater wurden zu 21 Monaten Gefängnis und einer Geldstrafe von 3,7 Millionen Euro verurteilt. Laut Anklage sollen die beiden mittels Scheinfirmen in Belize und Uruguay zwischen 2007 und 2009 Steuern in Höhe von insgesamt 4,16 Millionen Euro hinterzogen haben. So weit, so schlimm.

Messi wird aber weiterhin problemlos seinen wunderbaren Fußball spielen können, da es in Spanien üblich ist, dass man bei einer Haftstrafe von unter zwei Jahren nicht ins Gefängnis muss, wenn man zuvor keinerlei Vorstrafen hatte. Ein fußballerisches Problem hat der FC Barcelona also nicht. Aber welches dann? Ein PR-Problem! Und wie löst man das im Jahre 2016? Mit einem Hashtag!

Deshalb hat der Club am Samstag den Hashtag #WeAreAllLeoMessi ins Leben gerufen. Die Pressemitteilung dazu liest sich, als wäre sie vom Postillion geschrieben worden:

Using the hashtag #WeAreAllLeoMessi while posting a photo or message with both hands open, the campaign is encouraging all Barça fans to express their sympathy for the greatest footballer in the world by voicing their unconditional support on social networks.
By making it clear that #WeAreAllMessi, we want Leo to know that he is not alone. All members, supporters clubs, fans, athletes, media and everyone else are invited to participate.

Muss man sich mal vorstellen: Ein Club aus einem Land mit einer Jugendarbeitslosenquote von 43,9% (Mai 2016) ruft dazu auf, dass man mit offenen Händen posieren soll, um seine bedingungslose Unterstützung für seinen Top-Spieler zu zeigen. Nicht etwa weil er in einer sportlichen Krise steckt, krank ist oder anderweitige Probleme hat, sondern weil er wegen Steuerhinterziehung verurteilt wurde. Wow.

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