Wir sind jetzt 1 Global Brand mit ordentlich Reach vong Marketing her


Der Profifußball ist ohne Frage ein riesiges Geschäft. An manchen Tagen voller Leidenschaft auf und vor allem neben dem Platz lässt sich dieser Fakt, dennoch irgendwie in eine Kiste zwischen neonfarbene und goldene Fußballschuhe in der Umkleidekabine verstecken. An anderen Tagen wiederum wirkt es, als würde der Fußball zu einem Ungetüm werden, was das Marketinggeschicks eines Bubble-Tea-Geschäfts hat. Das neueste Beispiel dafür: Juventus Turin.

Im Jahre 1897 gegründet blickt der Verein auf eine riesige und vor allem erfolgreiche Clubhistorie zurück. Darunter 32 italienische Meisterschaften, 11 Mal der italienische Pokal und 2 Mal den Europapokal der Landesmeister bzw. die UEFA Champions League. Legenden wie del Piero, Nedved, Davids oder Zidane schnürten ihre Fußballschuhe für diesen Verein. Seit über 100 und für die nächsten 200 Jahre steht außerdem Gianluigi Buffon als Kapitän im Tor des aktuellen Teams. Was könnte man also tun, um dieser reichhaltigen Vereinshistorie gerecht zu werden? Hmmmm …

Sehr viele Sektkorken später und immer noch benommen vom umfangreichen Pogba-Zuschuss kam man bei Juve dann auf folgende Idee: Ein neues Logo muss her! Okay, an sich erstmal keine Neuigkeit:

Aber im Jahre 2017 geht es natürlich nicht mehr darum, ein Verein zu sein. Viel mehr muss man eine Brand sein. Und wenn man nicht aufpasst, ist das Vereinswappen plötzlich das abgetragene Logo eines imaginären Sneakerfabrikanten, der Schuhe mit Blinkapplikationen herstellt:

Warum, Juve? Warum? Das mag ein nettes Logo für einen Hersteller von Jacken für die Übergangszeit sein, aber doch nicht für einen der größten Vereine der Welt? Schlimmer macht die Tatsache nur die Präsentation des Logos. Aufgepasst …

Die von einem Hollywood-Actionstreifen ausgeliehene Stimme sagt also tatsächlich Sachen wie: „In a world of contrasts, we take a deep breath … and rise.“ Okay. Darauf folgt in etwa so etwas wie „Lorem Ipsum dolor sit amet …“ Es wirkt wie die Brainstormingtafel einer PR Agentur, die „was mit Fußball“ machen soll. Schlimmer wird es dann nur, wenn auch noch Clublegende Buffon solche verschwurbelten Marketingsachen von sich geben muss:

Puh. Oder wie Pavel Nedved sagt:

Wir hoffen, es droht vor lauter Bullshit-Bingo kein weiterer Zwangsabstieg für Juve und fragen noch mal:

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