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  • Ihr macht erst den Livestream aus, vorher fangen wir hier nicht an.


    Es folgt ein wunderbares Beispiel der schönen neuen Fußballwelt mit all ihren Möglichkeiten. In Brasiliens 1. Liga stand gestern das hitzige Derby zwischen Atlético-PR und Coritiba an. Als große Besonderheit sollte das Spiel erstmals auf den YouTube Kanälen beider Vereine live übertragen werden. Mehr Möglichkeiten, um ein Fußballspiel zu verfolgen, sind nie verkehrt, tolle Idee also. Denkt man zumindest.

    Pünktlich zum eigentlichen Anpfiff weigerten sich die zuständigen Schiedsrichter allerdings das Spiel anzupfeifen. Man wolle erst starten, wenn die Livestreams unterbrochen werden. Warum? Dafür gibt es verschiedene Varianten. Die wahrscheinlichste allerdings ist, dass das Ganze auf Druck von Brasiliens größtem TV-Sender Rede Globo passierte. Beide Teams weigerten sich zuvor nämlich, ihre Bildrechte an besagtes TV-Netzwerk zu verkaufen, weshalb man auf die YouTube-Variante zurück griff.

    Die Vereine weigerten sich ihre Livestreams zu unterbrechen, wodurch alles erst in vielen fragenden Gesichtern und dann in anschließendem Chaos endete, da das Spiel kurzerhand abgesagt wurde.

    Die 80minütige Aufzeichnung des Livestreams ist nun ein Dokument absoluten Durcheinanders. Ab 19:30 Minuten sollte das Spiel eigentlich losgehen, aber der Schiedsrichter (mit Nasenpflaster – cool!) erklärt den Sachverhalt und das Chaos beginnt:

    Übrigens ließen sich die Spieler beider Teams zum Abschied noch einmal blicken, um die Gemüter zu beruhigen:

    Da allerdings beide Fangruppen gleichzeitig das Stadion verließen, gab es rundherum wohl noch zahlreiche Auseinandersetzungen.

  • Das geht aber auch freundlicher! Wunderbare #faireGesänge

    Photo: Stephen Pond/Getty Images
    Photo: Stephen Pond/Getty Images

    Fußballstadien müssen nicht immer Ort überschäumender Leidenschaft in Form von Wut und Hass werden. Ganz im Gegenteil! Wie eine Lavendelkerze im Esszimmer oder ein Pferde-Wandteppich im Flur sind es kleine Details, die für Harmonie und Wohlbefinden bei allen Besuchern sorgen. Wie? Ganz einfach, mit fairen Fangesängen! Die wurden heute unter dem Hashtag #faireGesänge fleißig auf Twitter gesammelt und hier sind nun ein paar großartige Beispiele daraus:

    Wie kann man die Stimmung noch retten, nachdem lauthals festgelegt wurde, dass alle Spieler der Gastmannschaft mit Nachnamen „Arschloch“ heißen? Ganz einfach:

    Selbst Klischees lassen sich mit der richtigen Wortwahl schnell in freundliche Komplimente umwandeln:

    … oder für mehr Ausgeglichenheit sorgen, indem man den Diskurs ganz offen angeht:

    Und bei derart vielen Individuen im Stadion ist es schlichtweg unmöglich, eine übergreifende Maßnahme in derart kurzer Zeit durchzusetzen:

    Gerade auch deshalb ist es immer wichtig, die richtige Ansprache zu finden.

    ENDLICH auch die Ehre, die den anderen 7 Rudi Völlers aus dem Telefonbuch seit vielen Jahren nicht zuteil wurde:

    Und wie immer gilt: Komme was wolle, in der Familie wird immer zusammen gehalten!

    … ebenso wie die Familienverhältnisse von Familien, zu denen man selbst gar nicht gehört:

    Und nie vergessen: Immer vorausschauend handeln!

  • Die Geburtsorte der aktuellen deutschen Bundesliga-Profis


    Reddit-User Marideaux ist einmal fleißig in den Geburtsdaten aller Bundesliga Spieler abgetaucht und hat eine dieser klassischen „braucht keiner, ist aber trotzdem sehr interessant“ Dinger gebaut. In diesem Fall ist es eine Landkarte mit den Geburtsorten aller deutschen Bundesliga-Profis.

    » Zur Karte: Birthplace of German Players in Bundesliga

    Eine kleine extra Portion unnützes Wissen aus der Karte:

    Der nördlichste Spieler: Max Christiansen, geboren in Flensburg, aktuell beim FC Ingolstadt

    Der westlichste Spieler: Kai Havertz, geboren in Aachen, aktuell bei Bayer Leverkusen

    Der östlichste Spieler: Tony Jantschke, geboren in Hoyerswerda, aktuell bei Borussia Mönchengladbach

    Der wirklich östlichste Spieler: Konstantin Rausch, geboren im russischen Koschewnikowo, aktuell beim 1. FC Köln

    Der südlichste Spieler: Simon Zoller, geboren in Friedrichshafen, aktuell beim 1. FC Köln

    Der Osten ist erschreckend dünn besiedelt: Aus Thüringen stammt mit Clemens Fritz ein einziger aktueller Profi. Aus Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg kommt nicht ein einziger Spieler. Dafür stammen aus dem sächsischen Hoyerswerda allein direkt 3 Profis: Tony Jantschke, Eric Oelschlägel und Tom Mickel.

    Fällt sonst noch was auf?

  • Der internationalste Mannschaftsbus der Liga


    Entgegen der Aussichten vorm Start der Saison belegt Eintracht Frankfurt derzeit einen beeindruckenden 3. Platz. Einer der gründe dafür dürfte wohl auch der besondere Teamgeist sein, wenn sich Spieler aus 17(!) verschiedenen Nationen auf dem Platz treffen. Um einen kleinen Überblick zu geben, hat man bei der Eintracht kurzerhand das internationalste Taxi der Liga durch die Stadt fahren lassen:

    Tolles Zeichen, gerade in Zeiten, wo Fremdenhass viel zu viel Boden bekommt.

  • Deshalb liebt man Fußball: Die Glückseligkeit des Peter Crouch

    Am Montag feierte Peter Crouch seinen mittlerweile 36. Geburtstag und die athletische Stabheuschrecke macht für Stoke City immer noch die gegnerischen Strafräume unsicher. Gestern Abend machte er sich in den Geschichtsbüchern der Premier League endgültig unsterblich, als er sein mittlerweile 100. Tor in der Liga erzielte. Die Freude, der überschwängliche Jubel von den Rängen und natürlich der Robot Dance danach sind einfach eine wunderbare Kombination:

    Übrigens: Den Robot Dance legte „Crouchy“ erstmals 2006 aufs Parkett. Bei einer Party von David Beckham vor der WM 2006 lief der Klassiker „I Bet That You Look Good On The Dance Floor“ und plötzlich war ein neuer Torjubel geboren. Auf dem Rasen zum ersten Mal nach seinem Tor gegen Ungarn zu sehen.

    Kurz darauf legte er den Jubel wieder ad acta, schließlich geht es ums Fußball spielen, nicht ums Jubeln. Er sagte damals, er würde den Robotertanz erst wieder zum Besten geben, wenn England Weltmeister werden würde. Nun ja … Danach sagte er, er würde erst wieder zum Roboter werden, wenn er im Finale der Champions League treffen würde. Auch dazu kam es nicht mehr. Nach 10 langen Jahren des Wartens gab es gestern aber endlich wieder den Crouch-Roboter zu sehen. In diesem Sinne: Alles Gute und für mehr Robotertanzhumor im Profifußball!

  • Wir sind dann mal Scout

    fn2

    Mensch… würde es doch noch den guten alten Fußball Manager von EA geben. Denn dann könnte ich meinen vollgekritzelten Scouting-Zettel direkt mal in ein paar Jahrhundertransfers ummünzen und in Sachen Finanzergebnis Pluspunkte beim Vorstand sammeln. So bleibt von meinem Besuch beim Mercedes-Benz JuniorCup in Sindelfingen zumindest die Gewissheit, in einigen Jahren dem Kumpel auf der Tribüne in die Seite stoßen zu können, um zu sagen: „Hey, siehst du den Sechser von Stuttgart? Da hätte ich dir schon vor Jahren sagen können, dass der den Sprung zu den Profis schafft.“

    fn1

    Alexander Groiß ist so ein Spieler. Kapitän der Suttgarter U19, jetzt schon Junioren Nationalspieler und in Sindelfingen hat man gesehen, warum es für den VfB ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk gewesen sein muss, dass der 1,87m-Kerl im letzten Dezember einen langfristigen Vertrag unterschrieben hat. In der Regel einen halben Kopf größer als sein Gegenspieler plus eine beeindruckende Athletik führen zu einer Zweikampfquote von gefühlt 97%. Der würde sich in 6-7 Jahren neben Julian Weigl im defensiven DFB-Mittelfeld gut machen.

    Strg C + Strg V + noch mehr Torgefahr = Ermedin Demirovic. Spoiler an alle Scouts der Republik, die Falsche Neun völlig zurecht als Startseite im Internet Explorer festgelegt haben: Der Junge hat nur noch einen Vertrag bis zum Sommer. Vier Turniertreffer in der Halle, 11 Buden in 15 Spielen auf großem Platz bei den A-Junioren. Hatten wir erwähnt, dass er im Sommer ablösefrei ist? Gut. Der 98er-Jahrgang bestitzt zwar auch einen deutschen Pass, hat aber schon 16 Länderspiele für die U-Mannschaften von Bosnien-Herzegowina bestritten, was zwar über kurz oder lang dazu führen könnte, dass wir ihn mal bei einer Europameisterschaft zu sehen bekommen, aber eben nicht im DFB-Team.

    fn3

    Weil das Turnier mit Özil, Khedira, Höwedes & Co schon eine halbe Weltmeister-Mannschaft hervorgebracht hat, haben Marketingexperten beschlossen, dass sich der Sindelfinger Glaspalast – der bundesweit mit Abstand schönste Name für eine Turnhalle – zusätzlich auch „Arena des Erfolges“ nennen sollte. Während diese Tagline zum Abzug in der B-Note führt, macht es die teilweise schon eingebaute neue Bestuhlung gleich wieder wett: ein Hauch von Münchener Olympiastadion liegt in der Luft.

    Insgesamt waren das zwei sehr schöne Tage im Ländle. Ehrliches Essen, Kids auf Autogrammjagd und jede Menge hochkarätiger Jugendfußball. Spätestens an der Kabinentür „Leicester City / Werk Untertürkheim“ bekommt man das Gefühl, dass die Fußballwelt hier noch in Ordnung ist.

    Persönliches Highlight: Nachdem ich am Freitag stundenlang diesen fantastischen Kunstrasen von außen bestaunen musste, ging es abends selber aufs Feld. Und ja: Der Rasen ist ein einziger Traum. Über das Endergebnis zwischen Bloggern und Orga-Team wurde allerdings Stillschweigen vereinbart. Welche Konsequenzen es hat, dass Collinas Erben es trotzdem geleakt haben, wird wohl der CAS entscheiden müssen.

    Bleiben noch die Preise für die Fans:

    • Größter Anhang: FC Schalke 04
    • Schönste Transparente: FC Schalke 04
    • Lauteste Kurve: FC Schalke 04
    • Das meiste Konfetti: ihr ahnt es…

    fn5

    Alle Fotos: Mercedes-Benz/GES Sportfoto

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